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Schüleraustausch – oder von der Magie des Dazugehörens

Immer mehr Schüler entscheiden sich dafür, eine bestimmte Zeit in einem anderen Land zu leben; ob drei Wochen, sechs Monate oder ein ganzes Jahr. Die Frage stellt sich: Warum?
Warum die geliebte Heimat verlassen, wo man hier doch jeden kennt, Freunde hat und die Muttersprache spricht? Warum das „Servicepersonal Eltern“ zurücklassen, mit einer fremden Familie leben und auf eine Schule gehen, auf der man niemanden kennt?
Und doch sagen viele, dass dies das Beste ist, das man machen kann.

Wo also liegt der Zauber des Schüleraustausches?
Es gibt mehr als nur einen Zauber, eigentlich ist es sogar eine Wundertüte aus vielen kleinen und großen wunderbaren Dingen.
Natürlich ist da der Aspekt, eine Fremdsprache besser zu beherrschen. Es besteht doch ein gewaltiger Unterschied, ob drei bis fünf Mal die Woche ein Lehrer versucht, dir Grammatik, Vokabeln und Aussprache einzutrichtern oder ob du eine Sprache den ganzen Tag hörst, sprichst und irgendwann sogar anfängst in Englisch, Französisch oder auch Spanisch zu denken und zu träumen. Eine Sprache hilft dir nicht nur, dich im Urlaub verständlich machen zu können und die Speisekarte zu lesen, sondern auch im zukünftigen Berufsleben. Es wirkt bestimmt als Vorteil, wenn in deinem Lebenslauf steht, dass du schon einmal alleine im Ausland gewesen bist und eine Fremdsprache fließend sprechen kannst.
Sich von Familie und Heim zu lösen, ist ein ganz natürlicher und wichtiger Prozess, der zum Erwachsenwerden dazu gehört. Auch hierbei kann ein Auslandsaufenthalt helfen, durch gesammelte Erfahrungen, dazugewonnene Selbstständigkeit und ein stärkeres Selbstbewusstsein, diesen leichter zu machen.
Eines der schönsten und interessantesten Dinge am Schüleraustausch ist es, andere Kulturen, Denkweisen, Sitten und Gebräuche kennenzulernen. Wer wollte nicht schon immer einmal den “American way of life” erleben, erfahren, wie das Alltagsleben in Japan so abläuft oder lernen, das kenianische Nationalgericht zu kochen? Es ist einfach spannend aus dem Alltag zu fliehen, um neue Dinge kennenzulernen und auch eine andere Art des Lebens auszuprobieren; oft mit dem Resultat auch das Gewohnte mit anderen Augen wahrzunehmen und vielleicht auch mehr schätzen zu lernen. So könnte es sein, dass man zum Beispiel ein ganz anderes Bild von der eigenen Schule bekommt, nachdem man sechs Monate in Australien in Uniform und mit komplett anderen Fächern und Regeln die Schulbank gedrückt hat.
Ein weiterer Teil unserer Wundertüte sind Freunde. Freunde, die du neu kennenlernen und nie vergessen wirst, auch wenn sie aus einem ganz anderen Land stammen und eine andere Sprache sprechen. Freunde, die dich verstehen, auch wenn sie nach Ende deines Auslandaufenthaltes vielleicht kilometerweit entfernt sind. Freunde, die du in den Schulferien besuchen kannst oder die dich einmal besuchen, so dass du ihnen auch deine Art zu Leben zeigen kannst.
Ein ganz besonders wunderbares Bonbon ist das Gefühl, ein zweites Zuhause zu haben. Wenn eine dir fremde Familie dich aufnimmt und wie eines ihrer eigenen Kinder behandelt, du nach einer Weile anfängst deine Gasteltern auch Mama und Papa zu nennen, es sich anfühlt, als würdest du sie schon ewig kennen und deine Gastgeschwister nicht nur gute Freunde, sondern auch fast wie wirkliche Schwestern bzw. Brüder werden. Wie sehr du Teil dieser Familie geworden bist und diese Familie Teil von dir, wird einem oft erst vollkommen bewusst, wenn es an der Zeit ist Abschied zu nehmen und du plötzlich kein Heimweh nach Deutschland hast, wie vielleicht zu Anfang, sondern deine Familie, Freunde und das Land deines Auslandaufenthaltes jetzt schon schmerzlich vermisst.
Alle diese wunderbaren Erfahrungen sind einfach etwas so Besonderes, dass es schon fast Magie ist.

Wenn du jetzt vielleicht Lust bekommen hast auch das Abenteuer “Auslandsaufenthalt” zu wagen, hier einige nützlichen Links zum Informieren:

http://www.ausgetauscht.de/
http://www.gls-berlin.com/
http://www.bundestag.de/internat/internat_austausch/ppp/index.html
http://www.weltweiser.de/
http://www.afs.de/

01.12.2008 - astrid.nortmeyer


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